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EDI-Formate-XML

XML

Bei XML (ExtensibleMarkup Language) handelt es sich um ein Dateiformat, das textbasiert zur Darstellung und Übermittlung strukturierter Informationen in hierarchischer Form dient.

XML – eine weitere Verpackungsvariante für Informationen

EDI ist tot, lang lebe XML! Dieser Schlachtruf erschallte vor einigen Jahren zuverlässig aus diversen Gazetten und aus den Mündern derjenigen, die (z.T. bis heute) nicht verstanden haben, dass XML, genau wie EDIFACT, VDA oder ANSI X.12, lediglich eine Verpackungsvariante für Informationen darstellt, deren Verwendung im Rahmen des elektronischen Datenaustauschs als EDI subsummiert wird. Als großer Vorteil von XML galt, dass die via XML-Format übermittelten Informationen nicht nur durch Computer automatisiert verarbeitet werden können, sondern auch durch den Menschen lesbar ist. Bis heute suchen wir allerdings vergeblich nach den IT-Abteilungen, in denen XML-Nachrichten zur täglichen Lektüre gehören.

XML-basierte Datenaustausche werden weiter standardisiert

Die anfängliche Euphorie, die XML in der Annahme, nicht länger auf das enge Korsett althergebrachter Strukturen wie z.B. EDIFACT angewiesen zu sein, eine glänzende Zukunft prophezeite, wich jedoch schnell einer tiefgreifenden Ernüchterung. Die fehlende Standardisierung mündete schnell in der Erkenntnis, dass Feldlängendefinitionen von 70.000 Zeichen für die meisten verarbeitenden IT-Systeme keine gute Wahl sind.

Heute hat sich demgegenüber eine eher nüchterne Betrachtungsweise durchgesetzt. XML basierte EDI-Datenaustausche werden mittlerweile i.d.R. auf standardisierten XML-Formaten wie OpenTrans, RosettaNet, UBL etc. umgesetzt. Diesen ist gemeinsam, dass sie durchgängig W3C-konform sind (www.w3c.org) und damit grundlegende Standards hinsichtlich maschinenlesbarer Kommunikation berücksichtigen. Ein zunehmend beliebtes Anwendungsgebiet von XML-Strukturen findet sich heute in der Definition von ERP-Schnittstellen wie SAP XML iDOC, Microsoft Dynamics XML-Interfaces usw. Die relativ freien Definitionsmöglichkeiten kommen den oft anwendungs- und fallbezogenen Anforderungen entgegen. Zudem liefern zugehörige *.xsd-Schemata-Definitionen eine Art Blaupause, die es Dritten ermöglicht, den Gesamtumfang einer ERP-Schnittstelle zu integrieren und die damit verbundenen Projekttätigkeiten am Gesamtfundus der verfügbaren ERP-bürtigen Prozessinhalte zu bedienen.

XML – Vorsicht bei volumenabhängigen Abrechnungsmodellen

Ein Aspekt sollte jedoch immer berücksichtigt werden: die Struktur von XML mit einem beschreibenden Start- und End-Tag sorgt dafür, dass bei der Übermittlung relevanter Inhalte große Datenmengen bewegt werden müssen. Dies führt zu erheblichen Volumina, die in einer reduzierten Verarbeitungsgeschwindigkeit im Zuge von Konvertierungsprozessen resultieren können. Auch Anwender, die ihre EDI-Anforderungen im Rahmen von Outsourcing-Szenarien abbilden, sollten Abrechnungsmodelle mit einer volumenmäßigen Mengenbeschränkung meiden, da XML-Dateien z.B. im Vergleich zu EDIFACT-Nachrichten um ein Vielfaches größer sind und somit in einer vorausschauenden Volumenkalkulation einbezogen werden sollten.

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