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VDA

Der Nachrichtenstandard für die Automobilindustrie

Der Verband der deutschen Auto­mobil­industrie (VDA) hat diverse EDI-Standards entwickelt und verabschiedet, um der zunehmenden Internationalisierung der Automobilzuliefererindustrie und den damit verbundenen steigenden Anforderungen an die Verzahnung der globalen Lieferketten gerecht zu werden.

Im Gegensatz zu anderen Nachrifchtenformaten wie z.B. EDIFACT oder ANSI X12 werden bei einer VDA-Nachricht Elemente mit konstanter Länge verwendet (Fixed Length Format). Das bedeutet in der Praxis, das die zu übertragenden Informationen nicht länger sein dürfen, als es die definierte feste Feldlänge erlaubt.

Je nach OEM (Automobilhersteller) und den Standorten seiner Zulieferer können durchaus unterschiedliche VDA-Standards (und auch unterschiedliche Formate) innerhalb des elektronischen Datenaustausches zum Einsatz kommen, wie untenstehende Grafik verdeutlicht:

Die wichtigsten VDA-Nachrichtentypen im Überblick

  • VDA 4911 = Artikelstammdaten
  • VDA 4930 = Lagerstandsbericht
  • VDA 4920 = Speditionsauftrag
  • VDA 4925 = Bestellung
  • VDA 4918 = Transportdaten
  • VDA 4905 = Lieferabruf
  • VDA 4915 = Feinabruf
  • VDA 4926 = Bestellbestätigung
  • VDA 4913 EDL = EDL Lieferschein (Entnahmemeldung)
  • VDA 4913 = Liefermeldung
  • VDA 4908 = Gutschrift
  • VDA 4906 = Rechnung
  • VDA 4907 = Zahlungsavis
  • VDA 4922 = Wareneingangsmeldung
  • VDA 4912 = Warenbegleitschein

VDA-Flatfile-Formate reichen nicht mehr aus

Die klassischen VDA-Nachrichtentypen im Flatfile-Format reichen jedoch zum EDI-gebundenen Management der modernen Lieferketten nicht mehr aus. Feste Feldlängen und ein begrenzter Datenumfang sind aus Sicht der großen Marktteilnehmer nicht länger geeignet, um die Anforderung an einen modernen EDI-Datenaustausch zu erfüllen. Aus diesem Grund wurden für eine Übergangszeit Ergänzungssätze zu den herkömmlichen VDA-Nachrichten definiert, die i.d.R. partnerspezifisch waren, um den jeweiligen Anforderungen der Global Player an die semantische Qualität der EDI-Daten Genüge zu tun. Der Nachteil aber ist: mit diesem Vorgang weicht man den eigentlichen Standardgedanken auf und zwingt die Zulieferer letztlich dazu, proprietäre EDI-Standardformate zu implementieren. Die hierdurch entstehenden Aufwände stellen gerade für kleinere Zulieferer eine nicht unerhebliche technische und kaufmännische Herausforderung dar.

Technische Aufbereitung von VDA-Standards

Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Entwicklung der neuen VDA-Normen zu sehen, die zwar noch VDA-normiert sind, aber technisch auf dem Format EDIFACT basieren. Mit dieser Vorgehensweise ist es den OEM, 1st und 2nd Tier möglich, inhaltlich individuelle EDI-Anforderungen zu formulieren und gleichzeitig die Vorteile eines durch die Vereinten Nationen definierten globalen EDI-Standards zu nutzen.

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